Halli Hallo ihr Lieben,
Als ich heute früh aus dem Fenster sah, sah ich das alles weiß war und es schneite. Normal bin ich nicht so der Schneefan, weil es dann noch kälter wird und es draußen ein unsicheres Terrain wird, weil man überall ausrutschen und auf den Popo fliegen konnte.
Deshalb dachte ich mir, gibt es heute eine Weihnachtsgeschichte auf meinen Blog zu lesen , wofür man nicht nach draußen gehen braucht :)
Bevor ihr weiterlest, geht hinunter in die Küche, holt euch eine Tasse Tee, kuschelt euch in eine Decke und macht es euch gemütlich.
Viel Spaß!
DAS CHRIS-KIND
Christophs Eltern glauben nicht an das Christkind. Christoph glaubt schon, dass es das Christkind gibt. Bloß, wie es aussieht, weiß er nicht.
Vom Weihnachtsmann gibt es viele Bilder. Der hängt an allen Hausfassaden und verteilt Zuckerln auf der Straße. Wie er aussieht, wissen alle.
Aber das Christkind? Das Christkind hängt an keiner Hauswand. Es läuft auch nicht auf der Straße herum, um Süßigkeiten zu verteilen. Das Christkind hält sich raus aus dem ganzen Trubel.
Eigentlich findet Christoph das gut. Ein stilles, geheimnisvolles Christkind ist ihm lieber als ein lauter Weihnachtsmann mit Batterie. Nur wenn man sich vorstellen soll, wie es aussieht, wird es schwierig.
Christoph fände es gut, wenn auch seine Eltern an das Christkind glauben würden. Aber wie soll er das anstellen, wenn er nicht einmal weiß, wie es aussieht?
"Das Christkind ist blond.", sagte seine Freundin Milena. Und es hat Locken. Außerdem trägt es ein weißes Nachthemd."
Milena zeigt ihm ein Bild. Tatsächlich, darauf ist ein blond gelocktes Kind in einem weißen Kleid zu sehen.
Christoph seufzt. Wenn das Christkind so aussieht, dann muss er sich wohl so verkleiden, wenn er will, dass seine Eltern daran glauben.
Milena borgt ihm eine gelbe Faschingsperücke. Christoph setzt sie auf und schlüpft in sein Nachthemd. Er stibitzt Lametta aus der Weihnachtsschachtel und verteilt es auf sich. Dann betrachtet er sich im Spiegel. Er sieht dem Kind auf Milenas Bild ähnlich, findet er.
Es ist früh am Morgen und seine Eltern liegen noch im Bett. Auf Zehenspitzen schleicht Christoph ins Elternschlafzimmer. Das Christkind ist schließlich leise.
Seine Eltern reiben sich verschlafen die Augen. Christoph tanzt vor ihnen auf und ab und dreht sich im Kreis. Er weiß nicht genau, ob das Christkind so etwas macht, aber er möchte, dass seine Eltern ihn von allen Seiten sehen können. Er wirft Lametta auf das Bett.
"Wer bist den du?", fragt seine Mutter erstaunt. Christoph bleibt stehen. "Ich bin das Christkind, sieht man das nicht?"
Die Mutter lacht. "Ich wusste nicht, dass das Christkind eine Perücke trägt." Sie zupft an seinen Plastikhaaren. "Sieht so das Christkind nicht aus?", fragt Christoph zögernd.
Sein Vater lächelt. "Das Christkind gibt es doch gar nicht. Aber ich finde es nett, dass du dich so verkleidest."
Christoph läuft aus dem Zimmer. Er hat sich so bemüht und seine Eltern fangen nicht man ein bisschen an, an ihn zu glauben.
Im Vorzimmer sieht er noch mal in den Spiegel. Er muss grinsen. Seine Eltern haben recht, so sieht ein Christkind bestimmt nicht aus. Mit einer gelben Perücke und einem weißen Nachthemd voller Lametta.
Am nächsten Tag erzählt Christoph Milena von seinem missglückten Versuch.
"Vielleicht haben wir was falsch verstanden", sagt Milena. "Vielleicht heißt es gar nicht Christkind."
"Wie den sonst?", will Christoph wissen. Milena überlegt. "Vielleicht heißt es Grießkind." "Ein Grießkind?" fragt Christoph erstaunt. "Schaffst du das?" fragt Milena vorsichtig.
Am nächsten Morgen steht Christoph schon früh in der Küche und kocht. Mit dem Topf voller Grießkoch schleicht er ins Elternschlafzimmer. "Wer bist du heute?", fragt seine Mutter. Sie klingt nicht mehr verschlafen, bestimmt haben die Geräusche aus der Küche sie aufgeweckt. Christoph stellt den Topf auf das Nachtkästchen. Die Mutter schnuppert daran. Es riecht angebrannt.
"Ist das Grießkoch?" fragt die Mutter. Christoph nickt. "Ich bin das Grießkind", sagt er. "Und Grießkinder bringen angebranntes Essen?", fragt die Mutter lachend.
"Ihr glaubt auch nicht an das Grießkind, oder?" fragt Christoph zweifelnd. "Wir glauben, dass Kinder am Herd nichts zu suchen haben." meldet sich auch nun der Vater zu Wort.
"An das Grießkind glauben sie auch nicht," erzählt Christoph Milena. "Versuch mal das Kieskind", schlägt Milena vor.
Auf dem Nachhauseweg sammelt Christopf Kieselsteine auf der Straße. Er wäscht sie unter fließendem Wasser. Schließlich will er seinen Eltern keinen Straßendreck ins Bett legen.
Am nächsten Morgen verteilt er die Steine im Schlafzimmer seiner Eltern. Sie sind wunderschön. Alle Sorten Grau sind darunter. Elefantengrau bis Mausgrau, Häusergrau bis Himmelsgrau. Aber seine Eltern sind nicht begeistert.
"Ich bin doch das Kieskind", sagt Christoph. "Kieskinder gibt es nicht", sagt sein Vater. "Und jetzt nimm schleunigst die Steine wieder mit."
Am nächsten Tag steht Christoph mit einer Gießkanne im Schlafzimmer der Eltern.
"Wer bin ich?" fragt er. "Du bist das Gießkind," antwortete der Vater. "Ich hoffe, die Kanne ist nicht voll."
"Wie soll das Gießkind mit einer leeren Kanne gießen?" fragt Christoph.
"In unserem Schlafzimmer wird überhaupt nicht gegossen," sagt die Mutter und zieht sich die Bettdecke über den Kopf. "Du kannst dich aber um die Blumen im Wohnzimmer kümmern," murmelte sie unter der Decke hervor.
"Was bist du heute?" fragt der Vater, als Christoph am nächsten Morgen ganz ohne Verkleidung vor dem Bett steht.
"Heute bin ich ein Chris-Kind", sagt Christoph. "Ich hoffe, ihr glaubt an mich."
Seine Eltern schmunzeln. "Was bringt das Chris-Kind?", fragt der Vater interessiert. Auch die Mutter sieht ihn erwartungsvoll an. Schließlich hat es bis jetzt jeden Tag etwas gegeben.
Chris zeigt ihnen seine leeren Hände. "Nichts", sagt er. "Nur sich selbst. Habt ihr dafür Platz?"
"Ich denke schon", sagt der Vater.
"Glaubt ihr ans Chris-Kind?", fragt Christoph.
"Und wie!", sagte seine Mutter. "Ohne Chris-Kinder wäre die Welt furchtbar langweilig."
Quelle: Liebes Christkind, komm zu mir! (Elisabetz Etz)
Ich hoffe euch gefällt die Geschichte. Mir gefällt sie ziemlich gut, vor allem weil man sehr gut darin sieht, wie naiv und leichtgläubig kleine Kinder noch sind, was ich natürlich nur positiv meine :)
Sie lassen sich ne Menge einfallen und sind manchmal viel kreativer als wir "alten" Menschen, wenn es um etwas geht, was ihnen wichtig ist, was ich ziemlich oft bei meinen kleinen Brüdern sehe :D
Sie wissen ganz genau, was sie machen müssen um etwas zu bekommen, was sie wollen. Leider klappt das bei mir nicht mehr ganz so einfach^^
In diesem Sinne, wünsche ich euch einen schönen 2. Advent,
Very
PS: Wart ihr dieses Jahr schon einem auf einem Adventmarkt? Möglicherweise gehe ich heute auf einen und nächste Woche fahre ich mit meiner Klasse nach Wien zum Glühwein trinken :)



Du liebe Güte, ist das wunderbar! Ich liebe solche kleinen Geschichten und Märchen (kann man an meinem Spitznamen ja auch überhaupt nicht erkennen, nein, gar nicht). Ich denken bei sowas immer an dieses Zitat: "Ein fünfjähriges Kind würde das verstehen. Hol doch mal ein fünfjähriges Kind." Die wissen eben noch, wie die Welt funktioniert, ganz ohne Biologie-, Chemie- und Physikunterricht.
AntwortenLöschenBei uns ist noch gar kein Schnee... Vielleicht kommt am Mittwoch was runter, fände ich irgendwie schön. Mittwoch ist kurz vor Zensurenschluss, Mittwoch habe ich fast den ganzen Nachmittag frei, Mittwoch ist wunderbar!
Alles Liebe,
Mara
Ich freu mich richtig, dass dir die kleine Geschichte gefallen hat! Ja, dass Zitat ist echt passend und ich bin mir sicher das es in echt auch Wirklich so ist. Die kleinen bringen uns mit ihren einfachen Worten manchmal echt zum Nachdenken.
LöschenBei uns liegen überall auch nur mehr paar Häufchen von Schnee. Dann hoff ich für dich, dass es am Mittwoch schneit. Vielleicht hast du ja Glück? :)
Alles Liebe,
Very